Survival Methods

10 kreative Schreibimpulse für Eilige

Du schreibst gerne und hast ein Faible für kleine Rituale? Dabei fragst Du Dich, wie Du in den zur Verfügung stehenden 24 Stunden dazu kommen sollst? Ein Vorschlag: Schreibe täglich eine bis zehn Minuten, etwa zur gleichen Zeit. Baue Dir selbst Schreibimpulse in den Alltag ein. Bleibe dran und mache das Schreiben zur Routine, wie z. B. das Zähneputzen. 

Erwarte nichts – schreibe spontan und staune

Die meisten Leute fangen erfahrungsgemäß gar nicht erst mit dem Schreiben an, weil ihnen die Zeit fehlt. Oder aber, weil ihnen das erwartete Kreativsein beim Schreiben auf die Nerven geht. Das ist schade, denn kreatives Schreiben hält eigentlich „nur“ fest, was an alltäglichen, schrägen, lustigen und philosophischen Gedanken oder Gefühlen da ist. Du horchst auf Deine Stimme (die plappert sowieso) und schreibst. Fertig. Das klingt nicht nur einfach, mit etwas Übung ist es das auch.

Erlaube Dir einfach loszulegen. Kreativ zu schreiben muss per se weder literarischen noch sonst irgendwelchen intellektuellen Ansprüchen genügen. Interessanterweise bergen eilig geschriebene, spontane Texte manchen gedanklichen Rohdiamanten. Schön, wenn der den Weg aufs Papier findet. Der Trick ist der: 

  • Trau Dich, denn Du musst ja nichts veröffentlichen. 
  • Schreibe eilig, denn da kommt die Essenz Deiner Gedanken zum Vorschein. 
  • Schreibe regelmäßig, denn das beruhigt Deinen inneren Zensor. 

Auch im stärkenorientierten Coaching nutze ich regelmäßig Impulse aus dem kreativen Schreiben, um den Transfer in den Alltag zu vertiefen. Im Folgenden ist eine kurz gehaltene Übersicht von Impulsen, die ich gerne Leuten mit wenig Zeit und viel Neugier empfehle:

Zum Ausprobieren: Lieblings-Schreibimpulse für Eilige

5-Jahres Tagebuch

Ich habe ein Tagebuch mit fünfmal drei Zeilen pro Seite, drei Zeilen für jeden Tag. Dort notiere ich fünf Jahre lang jeden Tag was los war. Ich halte Verabredungen, Alltägliches, Reisen, Projekte, Politisches, Freundliches oder weniger Schönes fest. Das Kurz-Tagebuch ist eine perfekte Tagebuch-Alternative für Dich, wenn Du morgens schnell raus musst und abends nur noch müde ins Bett plumpst.

An Elfchen a Day

Nach den Motto „an Elfchen a day keeps the doctor away“ fülle ich ein Oktavheft, das zwischen Mascara und Cremetopf im Badezimmerschrank liegt. In nicht mal drei Minuten schreibe ich eine elf Worte lange Versform, und zwar so:

Wort

Wort Wort

Wort Wort Wort

Wort Wort Wort Wort

Wort

Probiere es aus. Du wirst sehen, es ist bemerkenswert, was Du da zutage fördern wirst. Es lohnt sich, diesen Schreibimpuls eine gewisse Zeit, zum Beispiel zwei Monate, zu machen. Die Methode ist auch als Reise-Tagebuch der etwas anderen Art geeignet.

Zwei Minuten Fließtext

Eine beliebte Aufwärmübung in Schreibgruppen ist das Fließtextschreiben. Als Impuls für Eilige schreibst Du zwei Minuten, ohne den Stift anzuhalten. Schreibe was Dir einfällt und fällt Dir nichts ein, dann schreibe weiter darüber, wie Dir eben nichts einfällt. Und siehe da: Irgendwann fällt Dir etwas ein. Irgendetwas taucht aus den unteren Schichten des Bewusstseins auf. 

Synästhesie Blobs

Es gibt Menschen, die können Farben riechen oder Zahlen fühlen. Sie können Geschmäcker hören oder Musik sehen. Bei dieser Schreibübung geht es darum, einen Text-Blob zu verfassen. Ein Blob ist eine kurze Beschreibung, die eben aus der Art schlägt. Schreibe wie gemalt, aber eher wie Picasso. Wie klingt eine Tasse Tee? Wie schmeckt der Feierabend? Lass Dir Beschreibungen einfallen und trainiere damit Deine Fähigkeiten, aus schrägen Perspektiven zu denken und zu schreiben.

Akrostichon Wortreihe

Beim Akrostichon schreibst Du ein Wort von oben nach unten aus. Probiere es mit Deinem Namen, etwa so:

S

A

B

I

N

E

Wie würdest Du Dich beschreiben? Was macht Dich aus? Suche die passenden Begriffe, die mit den jeweiligen Buchstaben anfangen. Ergibt Deine Wortreihe am Ende sogar einen Satz oder einen Mini-Text, der von oben bis unten gelesen werden kann? Akrostichons funktionieren zu allen Begriffen. Nimm Weihnachten, Jubiläum, Lesestoff, Goethe … ganz egal. Das Akrostichon gibt Dir Ideen für Reden, Briefe oder Aufhänger für längere Texte. Zunächst ist es eine geniale, kleine kreative Schreibübung für Leute mit wenig Zeit und flüchtigen Ideen.

Mr. & Mrs. Positive

Klein und fein ist die Wirkung dieser Schreibübung für Eilige. Beantworte möglichst jeden Tag folgende drei Fragen schriftlich:

  • 3 Dinge, für die ich heute dankbar bin
  • 1 wertvolle Begegnung
  • 1 Sache, die heute wirklich Sinn gemacht hat

Die Übung hebt nachweislich die Stimmung und justiert Deine Wahrnehmung in eine zuversichtlichere und zufriedene Richtung. Ich empfehle diese Schreibübung allen Eiligen, die Lust auf eine positive Reflexion haben. Schlechte Botschaften verarbeiten wir schon genug. 

Fragen mal anders herum

Ich lese gerne die Rubriken in Zeitschriften, in denen irgendwelche Leute die Fragen der Redaktion beantworten. Noch lieber habe ich die Rubrik in der Vogue, bei der es anders herum läuft. Bemerkenswerte Menschen stellen Fragen an die Leser. Sie laden zum Nachdenken ein. 

Deshalb lädt Dich dieser Schreibimpuls ein, auch mal Fragen zu stellen. Was würdest Du gerne Deine Mitmenschen fragen? Worüber denkst Du nach? Was sind für Dich spannende, komische, skurrile oder lohnende Fragen? Schreib sie auf. Und wenn Du magst, lass Deinen eigenen Fragenkatalog wachsen und staune über Deine Ideen.

Satzanfänge

Beim kreativen Schreiben entstehen oft wunderbare Kurztexte, wenn Satzanfänge vervollständigt werden. Dabei mochte ich immer den Impuls mit den drei folgenden Satzanfängen:

  • Gestern …
  • Heute …
  • Morgen …

Suche Dir gerne auch andere Satzanfänge aus, schnappe Gesprächsfetzen auf. Nimm Bücher, Zeitungen, Reklame oder was auch immer und vervollständige beliebige Satzanfänge. Wenige Minuten reichen dafür. Spiele mit den Worten.

Zirkus Bewerbung

Stell Dir vor, Du bewirbst Dich beim Zirkus. Als was würdest Du Dich bewerben? Als Jongleur, als Dirigent, als Löwenbändiger? Wie sähe Dein Job aus? Was würdest Du da machen? Was sind Deine Stärken, Deine Talente und Charakterzüge, dass die Stelle für Dich wie maßgeschneidert wäre? Schreibe Deine Bewerbung, sodass der Zirkus einfach anbeißen muss.

Haiku 

Beim Haiku handelt es sich um eine kurze Versform aus Japan. Haiku sind in der Regel Naturbeschreibungen mit philosophischen Doppeldeutigkeiten. Dabei sieht die Versform wie folgt aus:

Erste Zeile: 5 Silben

Zweite Zeile 7 Silben

Dritte Zeile: 5 Silben

Versuche Dich mit dem Haiku, zähle die Silben und trainiere Deinen Wortschatz, um einen Gedanken oder eine Beschreibung auf das Papier zu bringen. Was am Anfang vielleicht holprig ist, wird nach und nach immer leichter. Sammle Deine Haikus und staune über Dein kreatives Repertoire.

Worauf wartest du?

Kreatives Schreiben lässt sich auch in volle Tage integrieren und es lohnt sich, unterschiedliche Impulse auszuprobieren. Mit dem Schreiben dockst Du bei Dir an. Nimm Dir ein paar Minuten und schreibe. Staune über Deine Texte und sei gut zu Dir.

Die Autorin

Sabine Samonig ist Stärkencoach und ergänzt Ihr Angebot mit kreativen Schreibinpulsen. Stärkencoaching und Selbstmarketing für Frauen, die Erfolg selbst definieren wollen.

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